Buckau

 

Buckau ist ein Stadtteil der Landeshauptstadt Magdeburg, der direkt an das Stadtzentrum angrenzt. Westlich wird er durch die Elbe begrenzt und liegt somit dem südlichen Teil des Landschaftsparks Rotehorn gegenüber. Östlich wird Buckau durch die Bahnlinie begrenzt.

Der Stadtteil verfügt über einen eigenen Bahnhof und ist auch durch den öffentlichen Nahverkehr gut erschlossen. Es gibt sogar eine Fährverbindung von Buckau zum Rotehornpark.

Buckau bildet den nördlichen Abschluss der so genannten "Perlenkette", die durch die Stadtteile Fermersleben, Salbke und Westerhüsen gebildet wird. Durch Erweiterung sind diese ehemaligen Elbdörfer zu einem Band zusammengewachsen.  Diese heutigen Stadtteile weisen ein Mischung aus Wohnen, Industrie und Gewerbe auf.

Abgesehen vom nördlichen und südlichen Bereich ist Buckau sehr dicht besiedelt und kann sogar noch mehrere erhaltene Straßenzüge im Gründerzeitstil aufweisen.

 

Der Ort Buckau findet seine erste Erwähnung als "Buchuvi" ("Ort an den Buchen") im Jahre 937 in einer Urkunde. Mit dieser hat König Otto I. dem Magdeburger Moritzkloster das Dorf als Eigentum zugewiesen. Mit der Bildung des Erzbistums 968 ging das Eigentum an das Kloster Berge über. 

 

Buckau wurde im Dreißigjährigen Krieg als auch während der französischen Besetzung zerstört. 

Als slawische Siedlung blieb das Dorf bis ins 19. Jahrhundert bedeutungslos. Der Aufschwung begann etwa 1820 mit der Errichtung von Fabrikanlagen. Ausschlag gebende Faktoren waren die Nähe zum Fluss als auch die Nähe zur Stadt Magdeburg. Das führte dazu, dass Buckau zu einem Standort frühindustrieller Schwerindustrie wurde. So fielen die Anfänge des Messgeräte- und Armaturenwerkes Schäffer & Budenberg in das Jahr 1850 und 1855 wurde die Maschinen-Fabrik und Schiffsbauwerkstatt H. Gruson Buckau-Magdeburg gegründet.  1862 kam Maschinenbau R. Wolf Magdeburg-Buckau, eine Maschinenfabrik mit Kesselschmiede, dazu.

 

Im Jahre 1859 wurde Buckau das Stadtrecht zuerkannt und die Einwohnerzahlen stiegen rapide an.

1887 wurde Buckau eingemeindet, da sich die Stadt Magdeburg davon einen  wirtschaftlichen Aufschwung versprach.

 

Die schweren Bombardierungen im 2. Weltkrieg zerstörten die Großbetriebe stark. Nach ihrem Wiederaufbau wurden die Betriebe dann zunächst sowjetische Aktiengesellschaften und gingen 1953 in das Volkseigentum der DDR über. Für die wirtschaftliche Entwicklung Magdeburgs waren sie bis zur Wende prägend. 

 

Es stellten sich in Buckau massive Bevölkerungsverluste ein, da der Stadtteil stark vernachlässigt wurde und es durch die Industrieproduktion zu hohen Umweltbelastungen kam.

1991 standen mehr als ein Drittel der Gebäude leer und fast alle Gebäude waren sanierungsbedürftig. Ein Teil der Betriebe wurde nach der Wende abgerissen. Da der Abriss von Wohngebäuden notwendig wurde, gab es viele ungestaltete Freiflächen innerhalb der Wohnbereiche. Trotz erfolgreicher und beispielhafter Sanierungstätigkeiten gibt es noch immer eine große Zahl unsanierter Gebäude und somit auch eine hohe Leerstandsquote. 

 

Architektonisch interessant sind die noch vorhandenen gründerzeitlichen Industrieanlagen, wie das einstige Krupp-Grusonwerk und die ehemalige Maschinenfabrik Wolf. Doch auch einige Gebäude in der Formensprache der 1920er Jahre wie das Umspannwerk oder der Bahnhof Buckau, der die industrielle Kraft des Stadtteils repräsentierte, sind sehenswert.

 

Am nördlichen Rande Buckaus liegen die 1896 erbauten Grusonschen Gewächshäuser. Als erster Volksgarten gilt der angrenzende Klosterbergegarten, der 1825 konzipiert wurde. 

Das 1828/29 erbaute Gesellschaftshaus am Klosterbergegarten ist seit 2003 Sitz des Zentrums für Telemannpflege und -forschung. Direkt gegenüber des Gesellschaftshauses mit Saal befindet sich das Sahneröschen. Das ist ein erhaltenes Kioskgebäude aus den 20er Jahren.  Die aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts stammende Litfaßsäule Fährstraße steht unter Denkmalschutz.

 

Im Kernbereich Buckaus existieren trotz einigen Baulücken zusammenhängende stadtbildprägende Straßenraumfolgen, in deren Blickachsen vielfach reizvolle Gebäude erhalten sind. Die großzügigen Blockinnenbereiche bieten die Möglichkeit, ruhige private Grünbereiche zu schaffen, die von den öffentlichen Räumen klar abgegrenzt sind. Innerhalb der letzten Jahre hat der gesamte Elbuferbereich  durch umfangreiche Maßnahmen an Attraktivität gewonnen. Das äußere Erscheinungsbild zentraler Bereiche im Kern Buckaus wie die Eingangssituation ist nur mangelhaft. Dennoch ist erkennbar, dass sich in den letzten Jahren viel zum Positiven verändert hat und Buckau als ein aufstrebender Stadtteil zu sehen ist. 

 


 

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